Sven Jensen
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LDL, ApoB & Non-HDL: Wie hoch darf Cholesterin sein?

LDL ist das „böse" Cholesterin, die Partikel, die Cholesterin in die Gefäßwände einlagern und Arterienverkalkung antreiben können. Non-HDL und vor allem ApoB erfassen die Gesamtzahl dieser Partikel noch präziser. Niedriger ist besser; wie niedrig genau, hängt vom Herz-Kreislauf-Risiko ab. Meine Werte (LDL 111 mg/dl, ApoB 0,83 g/l) liegen im grünen Bereich.

Diese Erklärungen sind allgemeine Information, keine medizinische Diagnose oder Beratung. Laborwerte sind nur ein Teil des Gesundheitsbildes. Bei Beschwerden oder auffälligen Werten wende dich an deine Ärztin/deinen Arzt.

Was sind LDL, Non-HDL und ApoB?

Cholesterin ist nicht wasserlöslich und reist im Blut in Eiweiß-Transportpartikeln. LDL-Cholesterin beschreibt die Cholesterinmenge in den „Low-Density-Lipoprotein"-Partikeln, die Cholesterin ins Gewebe bringen; ein Überschuss lagert sich in die Arterienwand ein. Non-HDL-Cholesterin (Gesamtcholesterin minus HDL) bündelt alle potenziell schädlichen Partikel. Apolipoprotein B (ApoB) zählt diese Partikel direkt, jedes atherogene Teilchen trägt genau ein ApoB-Molekül und gilt vielen Fachleuten als der präziseste Risikomarker.

Wie senke ich LDL/ApoB?

Weniger gesättigte Fette und ultra-verarbeitete Lebensmittel, mehr Ballaststoffe, Ausdauer- und Krafttraining, Gewichtsabnahme, bei hohem Risiko zusätzlich medikamentös (ärztlich begleitet).

💡 Einfach erklärt

Cholesterin reist im Blut in kleinen Transportern. LDL sind die Lieferwagen, die Cholesterin in den Körper bringen, fahren zu viele herum, „kippen" sie ihre Ladung in die Gefäßwände, und das ist der Beginn von Verkalkung. ApoB ist clever: Jeder dieser gefährlichen Lieferwagen trägt genau ein Etikett. ApoB zählt also die Lieferwagen direkt. Non-HDL heißt: „alles Schädliche zusammengerechnet".

Was ist ein guter Wert?

WertNiedriges RisikoHohes Risiko
LDL< 116 mg/dl< 70 / < 55 mg/dl
Non-HDL< 145 mg/dl< 100 / < 85 mg/dl
ApoB< 1,0 g/l< 0,8 / < 0,65 g/l
Zielwerte sinken mit steigendem Herz-Risiko (ESC/EAS 2019).
Warum es zählt

Gen-Studien zeigen ApoB als kausalen Treiber der koronaren Herzkrankheit, diese Partikel verursachen Herzinfarkte, sie begleiten sie nicht nur.

Richardson et al. 2020, PLoS Medicine

Svens Wert (Bluttest 06.05.2026)

LDL 111 · Non-HDL 121 · ApoB 0,83 g/l · Gesamt 187. Im Referenzbereich; bei niedrigem Risiko entspannt, beim nächsten Test will ich LDL/ApoB trotzdem weiter drücken.

Häufige Fragen

Ist LDL das böse Cholesterin?

Vereinfacht ja, aber präziser ist es so: LDL-Partikel transportieren Cholesterin von der Leber zu den Zellen. Sind zu viele unterwegs und zu lange, lagern sie sich in Arterienwänden ab und treiben Arteriosklerose. Nicht das LDL selbst ist böse, sondern eine Über-Konzentration in Kombination mit Entzündung und oxidativem Stress. Deshalb zählen ApoB (Partikel-Anzahl) und hsCRP (Entzündung) zur vollständigen Risiko-Einschätzung.

Warum ist ApoB präziser als LDL?

ApoB misst die Anzahl der atherogenen Lipoprotein-Partikel direkt, während LDL nur den Cholesterin-Gehalt schätzt. Bei manchen Menschen sind die LDL-Partikel klein und dicht (mehr Partikel bei gleichem Cholesterin), das ergibt ein niedriges LDL trotz hohem Risiko. ApoB fängt das ab. Aktuelle Leitlinien (ESC seit 2019, kanadische Leitlinien) empfehlen ApoB-Messung bei diskrepanten Werten oder hohem Risiko. In Deutschland ist es als IGeL für 10 bis 25 Euro buchbar.

Welcher LDL-Wert ist gesund?

Es hängt vom Gesamtrisiko ab. Bei gesunden Erwachsenen ohne Vorerkrankungen gilt LDL unter 100 mg/dl als günstig, unter 70 als optimal. Bei mittlerem Risiko (Bluthochdruck, Raucher) sollte LDL unter 70 sein, bei hohem Risiko (KHK, Diabetes, frühere Herzinfarkte) unter 55. Die Werte basieren auf ESC-Leitlinien 2019. Ein Wert von 130 ist nicht zwangsläufig krankhaft, aber für Longevity nicht optimal.

Was ist das HDL-LDL-Verhältnis und ist es wichtig?

Das Verhältnis (LDL geteilt durch HDL oder Gesamt durch HDL) wurde lange als zentraler Risiko-Marker betrachtet. Aktuelle Studien zeigen: ApoB und Non-HDL (Gesamt minus HDL) sind aussagekräftiger als das Verhältnis. Hohes HDL kompensiert hohes LDL nicht automatisch, wie früher angenommen. Wenn dein Arzt das Verhältnis betont, frage gezielt nach ApoB, das gibt ein klareres Bild deines tatsächlichen Risikos.

Senkt Ernährung wirklich das LDL?

Ja, aber moderat. Ernährungs-Umstellung (mediterran, viele Ballaststoffe, weniger gesättigte Fette, kein Trans-Fett) senkt LDL typischerweise um 10 bis 20 Prozent. Konkrete Hebel: Hafer- und Gersten-Beta-Glucane (3 g/Tag), Soja-Protein, Nüsse (30 g/Tag), Pflanzen-Sterole. Wer von 160 auf 110 will, kommt mit Ernährung allein meist nur auf 130 bis 140, der Rest braucht Bewegung, Gewichtsabnahme oder Medikamente. Bei familiärer Hypercholesterinämie wirkt Ernährung wenig.

Wann sind Statine sinnvoll?

Bei nachgewiesener KHK, früheren Herzinfarkten oder Schlaganfällen, Diabetes mit Risikofaktoren oder familiärer Hypercholesterinämie sind Statine fast immer angezeigt. Bei mittlerem Risiko ist es eine individuelle Entscheidung zwischen Arzt und Patient, basierend auf Risiko-Rechnern (SCORE2). Statine senken LDL um 30 bis 50 Prozent und reduzieren das Herzinfarkt-Risiko um etwa 25 Prozent pro 1 mmol/l LDL-Senkung. Nebenwirkungen (Muskelbeschwerden) sind selten und meist managbar.

Sind Eier wirklich schlecht für den Cholesterin-Wert?

Nicht so schlecht wie früher angenommen. Cholesterin aus der Nahrung beeinflusst die Blut-Cholesterin-Werte bei den meisten Menschen nur gering, weil die Leber gegenregelt. Eine USDA-Meta-Analyse zeigte: 1 Ei pro Tag erhöht das KHK-Risiko bei Gesunden nicht. Wichtiger sind gesättigte und Trans-Fette in der Gesamtkost. Wer zu Hypercholesterinämie neigt oder Diabetes hat, sollte Eier moderater konsumieren (3 bis 5 pro Woche) und das mit dem Hausarzt abstimmen.

Aktualisiert am 19. Mai 2026

Sven Jensen, Road to 9% KFA
Sven Jensen, Road to 9% KFA

40, Solopreneur aus Bullay an der Mosel. Dokumentiert seine Mission von 25% auf 9% Körperfett in 12 Monaten, mit echten Bluttest-, Caliper- und VO2max-Werten, komplett öffentlich. Über mich